Das Richtige tun, statt Dinge richtig tun!

Peter Drucker legte den Finger in deutsche Wunden. Oft perfektionieren wir anstatt nach dem richtigen Weg zu suchen. Sein berühmtestes Zitat lautet korrekt:

Das Richtige tun, statt die Dinge richtig tun

Peter Drucker
Peter Drucker, Foto: Ink.com

Peter Drucker’s Zitat aus dem Jahr 1963 ist die Wurzel des Gedankens:

“It is fundamentally the confusion between effectiveness and efficiency that stands between doing the right things and doing things right. There is surely nothing quite so useless as doing with great efficiency what should not be done at all.”

Später wurde dies von ihm abgewandelt zu „Do the right things, not things right„, frei übersetzt: „Das Richtige tun, statt die Dinge richtig tun„. Dies ist ein Plädoyer für Effektivität:  Wie können wir mit wenig Zeit (Aufwand) möglichst viel erreichen? Es geht Drucker nicht um Effizienz.

Deutsche haben eine lange Tradition darin, Dinge richtig zu machen. Es entspricht nicht unserer Lebensart, in den Tag hinein zu leben oder alle Fünfe gerade sein zu lassen. Und wir mögen es, wenn alles seinen geregelten Gang geht. Und genau mit dieser Akribie entwickeln wir Produkte und Dienste. Zuerst kommt die Marktstudie, dann ein geschäftliches, fachliches, technisches und finales Konzept – erst danach folgt die Entwicklung. Jedes Konzept muss abgeschlossen und genehmigt sein, bevor es in die nächste Phase geht. Der Schlusstermin steht von Anfang an fest. So können sich alle Abteilungen aufeinander einstellen und im Voraus planen. Für diese Vorgehen hat die moderne Software-Industrie einen Begriff gefunden: man nennt es das Wasserfall-Prinzip. Wenn eine Phase abgeschlossen ist, gibt es keinen Weg zurück. Schließlich fließt das Wasser nicht hinauf. Nur hält das Wasserfallprinzip immer seltener was es verspricht.

Was ist das Richtige?

Bewertet man erste Erfolge, so wird man in vielen Fällen Wesentliches ändern, oder neu mit der Arbeit beginnen. In der heutigen Zeit können sich Dinge so schnell ändern wir nie zuvor in unserer Geschichte. Heute kann falsch sein, was gestern noch richtig war. Deshalb ist es ungleich schwerer herauszufinden, was richtig ist, als irgendetwas perfekt zu gestalten.

Wer weiss, was richtig ist, wird auch das Richtige tun

Sokrates, nach Sofies Welt von Jostein Gaarder

Entscheidend ist, dass man ausprobiert. Je schneller man einzeln Versuche durchführen kann, desto eher wird man wissen was richtig ist.

Unserer Welt ist komplex geworden. Vilfredo Pareto (1848–1923) hat erkannt, das komplexe Fragestellungen mehrere optimale Lösungen haben können. Leider hat ein Pareto-Optimum zur Folge, dass ein anderer Parameter nicht mehr „perfekt“ ist – was also soll man richtig machen?

Sollten wir das Richtige tun?

Ab und zu liest man, dass man „die richtigen Dinge richtig machen“ solle.  Dies ist eine deutsche Einstellung und falsch.

Noch eindeutiger wird es, wenn man auch das Pareto-Prinzip in die Waagschale wirft: 80% des Ertrages erhalten wir oftmals mit 20% des Aufwands. Ist es immer sinnvoll, weitere 80% unserer Zeit zu investieren?

Peter Drucker ist egal wie man zum Ziel kommt, solange man es erreicht.

 

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