Ideenmanagement der nächsten Generation: Ein neues [Paradigma]

Unternehmen müssen mehr Kreativität der eigenen Mitarbeiter erschließen anstatt nur Arbeitskraft zu nutzen: Für Verbesserungsvorschläge und für Innovation.

Ideenmanagement = KVP.

Auf diese einfache Formel lässt sich das Verständnis von Ideenmanagement in den meisten deutschen Unternehmen bringen. Aber Ideenmanagement muss künftig die gesamte Kreativität von Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Lieferanten erschließen und nutzen.

Das neue Paradigma des Ideenmanagement heißt: Den kontinuierlichen Verbesserungsprozess erhalten und mit neuen Methoden zu kombinieren um Unternehmensziele erfüllen zu können.

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Ideenmanagement der nächsten Generation

Paradigmenwechsel: Von Arbeitskraft zu Kreativität

Seit der industriellen Revolution nutzen wir die Arbeitskraft der Menschen. Wenige Personen definieren die Strategie eines Unternehmens oder haben die Zügel bei Finanzen in der Hand. Das Heer der Mitarbeitenden wird nicht für das Denken bezahlt, sondern ist für das Handeln zuständig. Und Handlungen sind reglementiert: Arbeitsanweisungen und Vorschriften engen den Spielraum der Menschen ein damit alles möglichst effizient und gleichbleibend wird. Autos müssen in immer der gleichen Art montiert werden, Gesetze müssen beachtet und Kunden sollen nicht durch verschiedenen Aussagen verwirrt werden.

Der Mensch agiert als Maschine.

Mensch-MaschineNicht Sascha Lobo sondern das erste Wiener Heimorgel Orchester kam als erster darauf, sich auch so zu nennen.

Computer und Roboter sind Maschinen. Durch den technischen Fortschritt werden sie immer besser und da sie Ihre Leistungskraft immer noch alle ein bis zwei Jahren verdoppeln (Moorsches Gesetz) werden die dramatischen Fortschritte deutlicher. Roboter übernehmen automatisierbare Aufgaben von Menschen. Die Digitalisierung erhöht die Arbeitskraft von Robotern, so dass sie Menschen vielfach schon heute überlegen sind.

Der Mensch ist keine Maschine: Bis Roboter kognitive Aufgaben so gut übernehmen können wie Menschen wird es noch lange dauern. Künftiger müssen Menschen sich andere Betätigungsfelder suchen, um Robotern überlegen zu sein. Sie müssen kreativer und innovativer werden. Die kontinuierliche Veränderung prägt Unternehmen schon heute. Ideen von Mitarbeitenden, der Kunden oder der Partner helfen Firmen Abläufe zu optimieren und Kosten zu sparen. Ähnlich Abläufe lassen sich nutzen, um neue Produkte zu entwickeln oder mit Partnern zu kommunizieren. Arbeitgeber profitieren von der Kreativität der Arbeitenden.

Menschen werden zur Quelle für Ideen statt nur ihre Arbeitskraft einzusetzen.

Betriebsvereinbarungen und KVP: Verbesserungsvorschläge und kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Die Betriebsvereinbarung, nach dem Arbeitsrechtler Wolfgang Däubler eine Art „Tarifvertrag im Kleinformat“ ist bei den meisten deutschen Unternehmen der Dreh und Angelpunkt des Ideenmanagement. Sie regelt, wer Ideen wann, wo und wie einreichen darf und auch, was man dafür bekommt. Die Betriebsvereinbarung hat Ihren Ursprung in der industriellen Revolution. Unternehmer fordern Arbeitskraft, Arbeitnehmer wollen im Gegenzug etwas für ihre Ideen.

Der KVP-Prozess verwaltet Verbesserungsvorschläge. Verschiedene Modelle haben sich etabliert und meist steuern Ideenmanager den Ablauf, Vorgesetzte und Experten prüfen Ideen und bewerten diese.

Betriebliches Vorschlagswesen, wie KVP auch genannt wird ist kontinuierlich und vertraulich. Und es funktioniert gut. Unternehmen sparen Millionen durch umgesetzt Ideen ein. So viel, dass von den Einsparungen leicht Prämien von bis zu 20% der eingesparten Summe gezahlt werden können.

Kein Grund also, den KVP-Prozess abzulösen.

Aber man sollte den KVP-Prozess verbessern um mehr Potential zu erschließen und Erkenntnisse der letzten 15 Jahre zu berücksichtigen. Zwei Dinge fallen dabei besonders ins Auge. Man sollte Ideen besser qualifizieren und man Experten sorgfältiger auswählen.

Diese und ähnliche Thesen begründen wir in dem Buch „Deutschland im Innovationsstau“:

Deutschland im Innovationsstau

Ideen qualifizieren

Bei vielen Firmen werden Ideen mit kurzen, textlichen Beschreibungen erfasst. Das führt dazu, dass man Ideen schnell einreichen kann, aber es verleitet auch dazu wenig über Ideen nachzudenken. Mit präzise formulierten Fragen ist es möglich, Einreichende darauf hinzuweisen, dass es mit einem Satz nicht getan ist. Dafür gibt es verschiedenste Vorlagen wie beispielsweise CO*Star, das Business Model Canvas, oder das Lean Canvas. Einreichende werden durch Fragen wie „Wer ist potentieller Kunde der Idee“, oder „Wie groß ist die Einsparung durch diesen Verbesserungsvorschlag“ gelenkt und durch Videos oder Handlungshilfen unterstützt.

Viele KVP-Prozesse leben von Gutachten durch Experten oder Vorgesetzte. Die Auswahl dieser Gutachter ist kritisch, denn ihre Aussagen haben Gewicht. Aber Gutachter können irren und durch ihr Urteil Ideen fälschlicherweise ablehnen, oder befördern.

Experten sorgsam auswählen

Die Frage wann man der Intuition von Experten vertrauen kann wurde in den letzten Jahren ausführlich durch Psychologen untersucht. Zwei gute Kriterien sind, inwiefern die betrachtete Situation wirklich der der Expertise des Gutachters entspricht, und wieviel Erfahrung er auf diesem Gebiet hat. Bei geänderten Rahmenbedingungen liegen Experten mit ihrer Einschätzung schnell daneben. Wenn nicht, dann wäre jeder erfahrene Börsenhändler Millionär. Und um wirklich Expertise zu haben sollte sich ein Experte mehrere Tausende mit einer Sache beschäftigt haben. Soviel Erfahrung aufzubauen kann lange dauern – beschäftigt man sich nur eine Stunde am Tag mit genau der beschriebenen Situation benötigt man bereits fünf Arbeitsjahre um alleine Tausend Stunden Erfahrung vorzuweisen. 30 Jahre sind so nötig, um die 6.000 Stunden Übungserfahrung zu sammeln, die man für gute Klavierspieler fordert.

Diese Dinge kann man einfordern, indem man Gutachter daran erinnert, was nötig ist um ein objektives Gutachten zu erstellen. Und indem man sich vergegenwärtigt, dass die beste Expertise zu einem Thema außerhalb des eigenen Unternehmens liegen kann. Warum dann nicht dort danach suchen?

Gestalten statt verwalten

In den letzten Jahren wurde deutlich: KVP kann nicht alleine stehen. Denn einerseits ist es notwendig und sinnvoll, die Kreativität der Mitarbeiter zu steigern und noch mehr Ideen einzusammeln. Zum anderen muss man den gesamten Prozess im Auge behalten. Ideen sind nur dann hilfreich, wenn sie auch umgesetzt werden.

Ideen-Prozess

Zunächst muss man Ideen haben. Psychologische Erkenntnisse zeigen:

Traditionelle Kreativitätstechniken sind wirkungslos

Heutige Kreativitätstechniken bauen meistens auf zwei Annahmen auf: Gruppen sind kreativer als Individuen und man hat mehr Ideen, wenn man sich anstrengt. Aber einzelne sind kreativer als Gruppen, und Ideen kann man nur schwer erzwingen.

Alex Osborn hat 1942 in seinem Buch „How To Think Up“ die Technik des Brainstorming bei BBDO beschrieben (Osborn ist das „O“).

Friends working together

Allerdings gibt es auch seit 50 Jahren Belege dafür, dass diese Technik mehr schadet als nützt. Donald Taylor, Paul Berry und Clifford Block schrieben 1958 über dessen Nutzen: Does Group Participation when using Brainstorming facilitate or inhibit Creative Thinking? Ihr Urteil, zusammengefasst von Jochen Paulus von Bild der Wissenschaft:

Die Kandidaten können es in Gruppen nicht besser – weil sie sich gegenseitig blockieren. Meist müssen sie warten, bis ein anderer ausgeredet hat, und dies hemmt die Kreativität.

Die Erklärung liefert der Psychologie-Professor Wolfgang Stroebe, ehemals von der Universität Utrecht. (…) Er führte die Blockade auf Probleme mit dem Gedächtnis zurück: Um Stoff für neue Ideen zu haben, muss das Gehirn Informationen aus dem Langzeitgedächtnis heranschaffen, und es muss sie präsent halten. Beide Prozesse leiden unter dem Warten beim klassischen Brainstorming.

Ideenfindung beginnt alleine

Die wenigsten Menschen wissen, wie Kreativität funktioniert, wie wir Ideen erzeugen. Meistens finden wir Ideen dann, wenn wir sie nicht aktiv suchen. Unser Geist bildet Analogien zwischen Dinge, die er kennt oder wahrnimmt. Wenn unser Gehirn nicht überlastet ist, dann nehmen wir diese Analogien bewusst als Ideen war. Wir vergessen aber im Laufe der Arbeit, dass uns eine Idee den Durchbruch verschaffte. Wir meinen, wir hätten den Gedanken erzwungen.

Das wesentliche Prinzip der Ideenfindung, der Ideation, ist deshalb, sich Zeit zu nehmen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Und das geht bei jedem Menschen anders, der eine geht joggen, die nächste setzt sich in die Sonne, manche mähen den Rasen oder duschen. In der heutigen Zeit ist es schwer zu entspannen: Arbeit, der Weg zur Arbeit, Familie, Haushalt, das Finanzamt, die Nachbarn – die meisten Mensch-Maschinen sind angespannt und haben deshalb wenige Ideen.

Wenn Sie Ideen in kurzer Zeit finden wollen, dann müssen Sie danach suchen – Inspiration unter Zeitdruck zu finden ist schwierig. Gerade Menschen, die im Beruf kreativ sein müssen haben sich deshalb Techniken zurecht gelegt, die für Sie funktionieren. Sie ermöglichen es Ihnen unter Druck zu entspannen und Ihr Gehirn auf eine bestimmte Fährte zu locken. Es gibt einige Techniken mit klangvollen Namen, die meist von Designern, Werbeagenturen und anderen „Kreativen“ publiziert werden. Lassen Sie Ihre Finger davon, wenn sie nicht häufig kreativ sein wollen oder müssen.

Das Wichtigste ist: Um Ideen zu finden oder zu erzeugen müssen Sie sich Zeit nehmen – und wenn Sie eine Idee haben müssen Sie diese sofort notieren. Oft ist sie sonst weg.

Dabei hilft ein Notizbuch oder ein Smartphone mit einer entsprechenden App.

qmarkets-IdeeIdeen können dann schnell eingegeben werden, damit man sie nicht vergisst. Später, wenn man Zeit hat oder sich diese nimmt, kann man solche Ideen formulieren.

Dabei wird man sehen, dass es nicht alle selbst gefundene Ideen in die nächste Runde schaffen. Dies ist normal.

Arbeitnehmern Zeit geben

Die Harvard Professorin Teresa Amabile kritisiert die heutige gängige Unternehmenspraxis. Ihrer Überzeugung nach sind viele Arbeitenden der inneren Kündigung nahe. Deshalb empfiehlt sie, Freiräume zu lassen um eigene Erfolge erzielen zu können. Sie sagt, dass Fortschritt der größte Motivator unserer Zeit ist:

„Wirklich talentierte Personen verlieren Ihre Motivation wenn sie keinen Fortschritt sehen. Sie gehen zur Tür hinaus, so bald sie dazu eine Gelegenheit haben.“

Es gibt Unternehmen, die dies verstanden haben und ihren Mitarbeitern erlauben an der Umsetzung eigener Ideen mitzuwirken. Bis zu 20% der Zeit können Angestellte so in eigene, kleinere Projekte investieren. Apple hat die 20%-Regel gerade erst eingeführt, um die Überperson Jobs aus den Köpfen der Mitarbeiter zu vertreiben und selbige stärker einzubinden.

Erfunden hat die 20%-Regel unseres Wissen nach 3M. Zumindest verwendet man diese dort seit 1948 sehr erfolgreich – als 15%-Regel.

Ideen verbessern

Warum sagen wir dann, dass wir in Gruppen kreativer sind?

Weil Menschen Ideen aus Ihrem Wissen entwickeln. Wenn Sie sich unterhalten, dann erweitern Sie Ihr Wissen – Sie lernen über die Ideen anderer und können darauf aufbauen. Unser Wissen ist heute um ein Vielfaches größer als früher, und weil die Menschheit bereits so viele Ideen hatte, ist es nur folgerichtig, dass neue Ideen oft aus alten Ideen resultieren. Egal wie man es nennt: Ideensynthese, The fourth Quadrant, oder Cross-Innovation.

Diskutieren Sie, sehen Sie sich um, auch und vor allem bei anderen Dingen, anderen Branchen, anderen Sportarten. Wie Einstein bereits sagte:

„Probleme kann man niemals mit der Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Offenheit für mehr Menschen oder Partner bedeutet mehr Input für die richtige Idee. Kreativität braucht Kollaboration. Der vertrauensvoller Umgang miteinander erhöht die Bereitschaft mitzumachen

Besonders dann, wenn man die Möglichkeit hat sich Dubletten anzeigen zu lassen.

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Dann erkennt man direkt, welche Ideen der eigenen ähnlich sind und kann darauf reagieren – andere Ideen zu unterstützen steigert die Chance auf Erfolg.

Mehr als drei Viertel aller Innovationen entstehen durch die Kombination von bereits vorhandenem Wissen. Man versucht durch Verknüpfen von Praktiken und Wissen über Geschäftsmodelle, Technologien und Prozesse aus anderen Industrien neue Innovationen hervorzubringen.

Je größer ihr Netzwerk ist, desto mehr Anregung beziehen sie. Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Experten entwickeln Menschen die Ideen anderer weiter.

Ideen erzeugen

Ideenkampagnen, Ideen-Challenges oder Ideen-Börsen: Ideen erzeugt man am besten, wenn man ein Gruppe von Menschen über einen bestimmten Zeitraum mit einer klaren Botschaft anspricht. Damit lassen sich die obigen Effekte vereinen: Menschen erhalten Zeit, selbst kreativ zu werden, und sie können sich Anregungen andere Menschen holen oder deren Ideen bewerten oder kommentieren.

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Menschen sind leicht zu beeinflussen – der Nobelpreisträger Daniel Kahneman zeigt dies mit seinem letzten Buch „Schnelles Denken – langsames Denken“ eindringlich. Mit Ideen-Kampagnen können wir diese zum Vorteil nutzen. Indem wir Fragen für einen gewissen Zeitraum stellen lenken wir die Gedanken der Menschen in eine Richtung. Andere Effekte, wie zum Beispiel den Lösungsraum einzuschränken indem „umsetzbare“ Ideen gesucht werden, vermeiden wir tunlichst. So erhalten wir viele Ideen einer gewissen Zielrichtung.

Durch Kollaboration der Teilnehmenden werden diese Ideen verbessert und bewertet.

Wir wissen aus der Praxis, dass Ideenkampagnen nicht nur im Marketing sondern auch bei der Suche nach Ideen die besseren Ergebnisse bringen. Ein Ziel für eine gewisse Zeit (z.B. drei Monate) zu verfolgen erhöht den Fokus und die Kreativität. Ideenkampagnen senken allerdings die Anzahl der Ideen.

Heute gelebte Systeme können um alternative Modelle ergänzt werden

Kontinuierliche Verbesserung ist ein anderer Ansatz als Kampagnen durchzuführen. Auch werden bei diesen moderneren Ansätzen Teilnehmer anders belohnt als beim klassischen KVP.

Viele Ideenmanager halten diese Ansätze deshalb für nicht kombinierbar. Genau der gleichen Ansicht sind Innovationsmanager oder Produktmanager, die sich gerne des Hilfsmittels der Ideenkampagne bedienen. Ständige Ideen werden als hinderlich empfunden.

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Beide Parteien vergessen dabei, dass der Mensch Adressat ihrer Bemühungen ist. Menschen haben Ideen unabhängig von Unternehmensprozessen. Deshalb können beide Abläufe nebeneinander stehen. Sie können sich sogar der gleichen Manager oder Paten bedienen.

Kompatible und gleichwertige Eintrittstore sichern Ideen. Transparenz und klare Migrationspfade sorgen für Verständnis der Teilnehmer. Und wenn doch einmal eine Idee im falschen Kanal landet, so kann man sie verschieben.

Viele Ideen führen zu umgesetzten Ideen

Oftmals finden wir bei Kunden die Situation vor, dass viele Ideen vorliegen, diese aber nicht umgesetzt werden.

Es ist Gift für die Motivation der Arbeitnehmer, wenn sie nicht wissen was aus Ihren Ideen geworden ist. Ideen- und Innovationsmanager fühlen sich bei der möglichen Flut von Ideen schnell überfordert. Aber Linus Paulings berühmtes Zitat stimmt:

„Der beste Weg eine gute Idee zu haben ist es, viele Ideen zu haben“.

Nicht jede Idee muss umgesetzt werden. Und keiner ist traurig darüber, wenn klar und transparent begründet wird, warum dies nicht möglich ist.

Ideen bewerten

Gute Ideen sind schwer zu finden. Auch deshalb, weil „gut“ ein relativer Begriff ist. Gut ist nicht objektiv. Zwei Mechanismen helfen dabei dennoch, Spreu vom Weizen zu trennen: Kollaboration und objektiverte Auswahl.

CrowdVoting: Bewertung durch Kollaboration

Egal welchen Prozess man wählt, man kann in diesen einbauen, dass die Teilnehmenden nicht nur Ideen beitragen, sondern auch mitmachen können.

Wie in Social Media-Tools üblich, können Teilnehmende Ideen so mit Daumen-hoch oder Daumen-runter Symbolen oder mit Sternen auf einer Skala bewerten. Die Ideen, die am meisten positiven Zuspruch erfahren haben gewinnen.

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Dies führt dazu, dass die Mitarbeitenden, die am meisten Menschen für ihre Sache begeistern können die größten Chancen haben. Objektiv ist dies nicht, aber hilfreich im Sinne der Umsetzung. Je mehr Menschen eine Sache unterstützen, desto leichter lässt sich diese erreichen.

Ebenfalls bekannt aus Social Media-Tools sind Kommentare und Kommentare von Kommentaren. Diese zweite Möglichkeit der Bewertung erschließt sich nicht so schnell wie die sofort sichtbare Gefälligkeitsskala. Aber sie reicht weit tiefer. Hier können sich Diskussionen entwickeln, Teams bilden, Ideen zusammengefasst oder zurückgezogen werden: Natürliche Selektion statt mühsamer Bewertung.

Ideen objektiviert bewerten

Solchermaßen reduziert lassen sich aufwendige Bewertungsrunden in Gremien aus Experten, Vorgesetzten oder sonstiger Interessiert leichter organisieren und vorbereiten. Menschen vertrauen Experten. Leider vertrauen auch Experten häufig sich. Sie erkennen nicht verlässlich genug, wann sich die Rahmenbedingungen einer Betrachtung ändern und Ihre Expertise somit nicht mehr gültig ist. Aus diesem Grund sind auch einfach Algorithmen statistisch gesehen vielen Experten überlegen (Daniel Kahneman). Solche Algorithmen kann man in jedes Kaizen- oder KVP-Projekt integrieren um Bewertungen verlässlicher zu machen.

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Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Vorlagen. Das wichtigste ist, dass die Bewertung objektiviert wird und nicht vom Wohlwollen einzelner Personen abhängig ist. Denn dies ist nachgewiesenermaßen ein Grund dafür, dass schlechte Produkte oder Services es dennoch bis ins Regal schaffen. Jeder Entscheider wird unterbewusst die Chance optimieren, sein Ziel zu erreichen. Dafür werden Manager bezahlt. Aber was gut für dein Einzelnen ist, muss nicht gut für ein Unternehmen sein.

Ideen erfolgreich umsetzen

In traditionellen KVP-Prozessen oder Innovationsprozessen wachen Manager über den Fortschritt einzelner Projekte. Sie agieren ähnlich wie Projektmanager und achten auf die Ziele und das Budget.

Aber selten überwachen sie den gesamten Prozess. Ideenmanager helfen am Anfang. Dann übernehmen Projektmanager und so weiter. Wenn man dies ändert, dann kann man mehr Ideen tatsächlich umsetzen.

Paul Tran, Director of Business Development and Strategic Partnerships von Brightidea sagt:

„Es ist nicht alleine mit dem Finden von Ideen getan. Wir konzentrieren uns darauf, den Erfolg bei der Umsetzung von Ideen zu steigern!“.

Tatsächlich gibt es immer mehr Hilfen, Ideen bis zu Ihrer Umsetzung zu begleiten. So helfen anschauliche Darstellungen des Ideentrichters dabei festzustellen, wieviele der gesammelten Ideen sich in welchem Stadium befinden und welche tatsächlich umgesetzt wurden.

Qmarkets-Ideentrichter

Individuelle Dash-Boards helfen jedem Kollegen dabei zu verstehen, in welchem Status sich eigene Ideen befinden und was er bearbeiten sollte.

qmarkets-DashboardEinige der innovativsten Unternehmen haben keine Abteilungen für Projektmanagement, Ideenmanagement oder Innovationsmanagement mehr. Der Leiter eines Projekts ist gleichzeitig Manager. Emotional engagierte Paten helfen bei der Präzisierung und Umsetzung von Projekten und sind offen für neue Ideen.

Dieser Artikel wird durch einen langen Artikel zur Umsetzung von Ideen ergänzt.

Was hilft: Neue Ideenmanagement-Software

Die finanziell erfolgreichsten und die innovativsten Unternehmen setzen Software für Ideenmanagement und Innovationsmanagement ein. Das hilft Ihnen, die beschriebenen Merkmale einzuführen. Viele Unternehmen sind nicht konsequent und vergeben Chancen.

Welcher Software-Typ für sie der Beste ist lässt sich nicht verallgemeinert sagen. Innovation-Software, Wisdom of the Crowd, Crowdsourcing oder Social Business Collaboration oder schlicht Ideenmanagement – wir wissen es nicht. Deshalb haben wir die wesentlichen Annforderungen unter einem einprägsamen Namen zusammengefasst:

KOSIMA

  • Kollaboration:
    Moderne Zusammenarbeit wird gefördert. Teilnehmende können Ideen anderer sehen, kommentieren und bewerten. Sie können Teams bilden, und Verbesserungsvorschläge gemeinsam einreichen. Mit Ideenkampagnen lässt sich für themenbezogene Kollaboration sorgen, so dass die Qualität der Ideen steigt.
  • Optimiert:
    Ihre Unternehmensabläufe werden unterstützt und Best Practice Ansätze gefördert. Bestehende Abläufe wie KVP oder Kaizen funktionieren häufig, so dass es sinnvoll ist diese beizubehalten. Für neue Abläufe, zur Innovation oder als Kanban-System, soll die Software verschiedenen Best-Practice Abläufe zur Auswahl bieten. Dies hilft auch, nicht mehr angebrachte Besonderheiten abzulösen. Dies sorgt für Flexibilität anstatt der Starrheit bisheriger Qualitätszirkel.
  • Sozial:
    Social Media für Unternehmen ist das Thema der Stunden. Die Vernetzung mit Freunden, Mitarbeitenden, Partnern und Lieferanten bringt große Vorteile. Ideen und Beiträge jederzeit an jedem Ort aufgeben zu können unterstützt die Ideenfindung. Schnelle Mitteilungen sparen aufwendige e-Mails. Mit einem Smartphone kann man seine Ideen schnell diktieren oder ein Video drehen. Social Media-Tools sind dabei, herkömmliche Projektmanagement-Software zu ersetzten, denn sie helfen bei der Umsetzung, nicht nur bei der Projektplanung.
  • Integration:
    Ideenmanagement-Systeme sollen das Rad nicht neu erfinden, sondern mit bestehenden Systemen integrieren. So sorgen sie für die Einheit des Intranets, interner Prozesse, externer Geschäftsprozessen und externen Werkzeugen
  • Motivation:
    Teilnehmende müssen zum Mitmachen überredet und bei der Stange gehalten werden. Die beste Motivation ist Erfolg. Eigene Ideen, die anderen gefallen, eigene Kommentare, die beachtet und diskutiert werden und vor allem, bei der Umsetzung von etwas Neuem mitwirken zu können motivieren. Dazu sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit erforderlich. Gamification sollte über reine Punktesysteme und Prämienshops hinausgehen. Messbare Key Performance Indikatoren sind nicht nur für das Management interessant.
  • Anwendbarkeit:
    Benutzerfreundlichkeit, Usability, individualisiertes Aussehen und Abläufe sind heute ein Muss. Verschiedene Sprachen sollten nicht nur Menüpunkte uterstützen, sondern auch Inhalte umfassen. Eigene Dashboards zeigen jedem Teilnehmenden wo man steht, welche Aufgaben warten, und was erledigt ist. All dies muss leicht angepasst werden können. Moderne Systeme wachsen mit den Anforderungen der Nutzer.

Natürlich sind nicht alle Anforderungen für jeden Kunden gleichermaßen wichtig. Häufig sollen modische Einflüsse zunächst vermieden werden. Nach und nach werden dann Funktionen übernommen, die für andere Firmen bereits Alltag sind.

Unsere übergreifende Studie analysiert Software für Ideen und Innovation unabhängig von Konventionen. Wir haben über 100 Software-Anbieter untersucht und bewertet, über 600 Anforderungen an diese Systeme beschrieben und auf 250 Seiten die umfangreichste Studie des deutschsprachigen Raumes erstellt.

Studie Innovationsmanagement- und Ideenmanagement-Software

Es gibt heute eine große Vielfalt von Angeboten, die alle Ihre Vorzüge haben. Entsprechend schwer kann die Auswahl werden. Unsere Studie hilft Ihnen die Frage zu beantworten welche Software zu ihnen passt. Und sie erleichtert es eine Ausschreibung durchzuführen.

Was hilft: Vier Change Management-Ansätze

Neue Software alleine behebt Probleme meistens nicht. Sie hilft nur dabei, Schmerzen zu lindern. Damit das Ideenmanagement-Pradigma in den Köpfen aller Einzug hält muss sich das Verständnis zu Ideen und Kreativität und Kommunikation ändern. Wer versteht, dass Beides selbst im Alltag förderlich ist, um schneller und präziser zu arbeiten, der wird mit anderen Augen auf das Thema blicken.

Change Management ist deshalb notwendig. Nicht im Sinne von Problemmanagement sondern von Veränderungsmanagement. Denn einerseits sind neue Abläufe fremd. Man muss sich einarbeiten. Das kostet Zeit, die heute kaum mehr vorhanden ist. Auch wenn die neuen Vorgehensweisen gerade da eine große Hilfe sind, gibt es wenige Systeme, die sich von selbst verbreiten.

In Unternehmen, die bereits über entsprechende Codes verfügen, Ideen, Kreativität und Kommunikation für förderlich erachten und flache Hierarchien pflegen entsteht eine Sogwirkung. Alle Mitarbeiter wollen das neue System dann so schnell wie möglich nutzen.

Bei Unternehmen, die eher konventional organisiert ist sieht das anders aus. Der klassische Weg des Change Managements versucht, mit Informationen, Schulungen und Veranstaltungen Vorteilen neuer Verhaltensweisen näher zu bringen. Dann ist „Innovation as a Service“ ein hilfreiches Mittel. Michael Stilger, Global Solutions Director von Qmarkets führt aus:

„Beratungsleistungen steigern den Erfolg unserer Software. Kampagnen müssen richtig gestaltet werden, und Teilnehmer müssen ständig angesprochen werden. Nach über 100 Installationen wissen wir, dass unsere Kunden frühestens nach drei erfolgreichen Kampagnen alleine dazu in der Lage sind.“

Viele Unternehmen haben mit der Umstellung auf Neues genug zu tun. Gleichzeitig zu lernen, wie man moderne Software perfekt anwendet, hindert dann.

Leuchtturmprojekte sind ein anderer Weg zu überzeugen. Wenn sie erfolgreich sind strahlen Leuchtturmprojekte und ziehen Menschen an. Schnell Erfolge erzielen, weitere Unterstützer überzeugen und nach einigen erfolgreichen Kampagnen in die Tiefe gehen um Unternehmensabläufe mit einer Innovationsarchitektur anzupassen sind ein erfolgversprechender Weg: Schneller, Weiter, Tiefer!

Das Hol-, Zuruf- oder Pull-Prinzip hilft Menschen. Auch als Kanban bekannt, stammt das System aus der japanischen Automobilproduktion, hat aber mittlerweile auch Eingang in anderen Disziplinen gefunden. Das japanische Wort Kanban bedeutet „Signalkarte“. Kanban in der Informationstechnik übernimmt zwar den Namen, versucht aber keine direkte Übertragung einzelner Techniken aus der Produktion. Vielmehr werden einige grundlegende Prinzipien aus dem Lean Development übernommen. Transparenz im Ideenmanagement und im Innovationsmanagement fördert das Verständnis. Zusammen mit Regeln, die es für Jeden ermöglichen Verantwortung zu übernehmen, kann Kanban den Paradigmenwechsel unterstützen.

Das modernste Change-Management Prinzip hat sich kaum herumgesprochen, hat aber das revoluionärste Potential. Ideenmanagement und Innovationsmanagememnt haben die Aufgabe, ein Unternehmen zu optimieren und neue Produkte zu schaffen. Für letzteres werden häufig Start-Ups gegründet oder gekauft. Start-Ups haben Prozesse für Ideen und Innovation sozusagen eingebaut. Kein neues Unternehmen kann es sich leisten, gute Ansätze für Neues zu verschleppen. Deshalb hilft es, Start-Ups mehr und mehr Verantwortung für das Geschäft zu übertragen und ihnen nicht mit Regularien die Luft abzuschnüren. Nicht das Start-up passt sich an, sondern die Mutter.

Beispiele zeigen die Vielfalt der Anwendung

Ideenmanagement und insbesondere „die Weisheit der Vielen“ kann in vielen Bereichen helfen:

  • Prozessoptimierung: Beziehen Sie ihre Mitarbeiter bei der Reduktion von Kosten und der Optimierung von Prozessen ein
  • Innovation: Steigern sie Umsatz durch neue Produkte und Services
  • Marketing & Strategie: Kollaborieren sie mit Kunden und Interessenten
  • Bürgerbeteiligung: Stärken Sie das Vertrauen der Bürger durch offene Kommunikation
  • Marktforschung: Gewinnen sie direkte Einblicke in Ihren potentiellen Markt durch kollektiven Intelligenz
  • Motivation: Begeistern sie Mitrarbeiten für ihre Sache

So bedient Ideenmanagement der neuen Generation die wesentlichen Aufgaben aller Unternehmen.

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Die Investition in die Software und Change-Management sind überschaubar. Aber die Ergebnisse können sich sehen lassen:

  • So hat eine größe Schweizer Privatkundenbank seit 2007 über 20 Millionen CHF durch Ideen von 10.000 Mitarbeitern eingespart.
  • Ein weltweit führendes Telekommunikationsunternehmen hat mit 140.000 Angestellten 10.000 Ideen erzeugt. Diese führten zu einer Umsatzsteigerung von 100 Millionen Pfund.
  • Ein weltweit führender Energieversorger fand mit 1300 Mitarbeitern 1350 Ideen zur Verbesserung der internen Prozesse. 59 dieser Ideen führten bereits zu mehr als 14 Millionen Euro Einsparungen.
  • Ein englisches Ministerium hat mit 120.000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten Ideen gefunden, die bislang zu 21 Millionen Pfund Einsparungen führten.
  • Ein Fernsehsender hat durch Einbeziehung aller Mitarbeiter ein neues Serienformat entwickelt und eingeführt.
  • Zwei internationaler Getränkekonzerne haben durch die weltweite Kollaboration von Marketiers den Namen für eine weltweit eingeführte Getränkemarke gefunden.

Eine Zusammenfassung dieses Artikels finden sie in unserem e-Book PDF

Ideenmanagement der nächsten Generation