Sechs Arten der Innovationsstrategie

Der beste Weg zur Innovation muss zwangsläufig eine Analyse der erfolgreichsten Innovationsstrategie beinhalten. Das hilft unteranderem seine Ressourcen auf ein gemeinsames Ziel zu konzentrieren, um einerseits unnötigen Ballast zu vermeiden und andererseits die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Innovation zu erhöhen. Allerdings ist es schwierig sich einen Überblick über vorhandene und bewährte Techniken zu verschaffen, da es eine Menge verschiedener Systematiken, Arten, Typen und Kategorien gibt.

Während des Aufbaus des Werkzeugs zur Beurteilung Ihrer Innovationsstrategie „InnovateYou“ beurteilten wir verschiedene Innovationssystematiken, um daraus geeignete Innovationsstrategien und aussagekräftige Empfehlungen ableiten zu können. Ich denke dass wir eine verlässliche Klassifikation unter den vielen Modellen, Arten und Kategorien gefunden haben, die sich in der Literatur wieder finden. Im Folgenden zeigen wir auf was unsere Klassifikation beruht, wie diese beschrieben wird und welche Ähnlichkeiten sie zu anderen Methoden aufweist.

Die wirtschaftlich erfolgreichste Innovationsstrategie

Ich entschied mich für die Verwendung der von Booz & Company aufgestellten Nomenklatur zur Innovationsstrategie, welche sie in ihrer bekannten Studie „Innovation 1000“ definierten. Diese Klassifikation wartet mit nur drei Innovationstypen auf, welche es einfach machen das komplizierte Thema zu verstehen.

Booz-Cridon-Chogo-Innovation-Styles


Diese Innovationsstrategien führen zu den finanzwirtschaftlich besten Resultaten in großen Unternehmen. Die jährlich durchgeführte Studie beschränkt sich nicht allein auf die Vereinigten Staaten, aber ein Großteil der Sieger sind amerikanische Unternehmen. Zudem hat jedes Unternehmen nur einen Innovationstypus, obgleich nur große Unternehmen befragt wurden.

Wir unterscheiden

  • Market Reader zeichnen sich durch die laufende Einschätzung und Bewertung des Marktpotenzials aus. Sie wissen genau was ihre Wettbewerber anbieten und welche  Innovationen kommen, um sich Markttrends zu Nutze zu machen.
  • Need Seekers stechen hervor wenn es um das Verständnis von Konsumenten und Kunden geht (customer insight). Sie setzen sich aktiv und direkt mit bestehenden und potenziellen Kunden auseinander und sind ebenfalls erfolgreich in der Beurteilung von Marktpotenzialen.
  • Technology Drivers haben einen detaillierten Blick auf neu entstehende Technologien sowie Trends und verstehen gleichermaßen Produktlebenszyklen. Sie fördern die Technologie und werden von ihr gefördert. Gute Technology Driver erkennen noch unbefriedigte Bedürfnisse von existierenden Kunden.

Dies bedeutet dass Kunden nicht immer im Mittelpunkt stehen. Market Readers sorgen sich mehr um ihren Wettbewerb als um ihre Kunden, und sie sind damit erfolgreich.

Probieren Sie aus, zu welcher Strategie Sie eher passen. Mit unserem interaktiven Werkzeug für Innovationsstrategie Innovate You.

Detaillierte Kategorisierung von Innovationsstrategien

In den letzten Jahren wurden einige dieser Kategorien, Arten oder auch Typen definiert. Ich möchte in diesem Zusammenhang die OVO and Agility Innovation Collaborative Innovation Reference nennen, die anschaulich neun Innovationstypen folgendermaßen beschreiben:

Wir verglichen die Parameter, die die verschiedenen Innovationsstrategien charakterisieren, mit unserem Modell und fanden beeindruckende Übereinstimmungen. Es ist zum Beispiel sinnvoll eine Innovationstrategie dahingehend zu unterscheiden, ob sie von Forschungsabteilungen oder der Technologie selbst angetrieben wird. Das OVO und Agility Modell passt am Besten zu unserem Modell.

OVO-Agility-Cridon-Chogo-Innovation-Reference-Types

Der Einbezug des Doblin Modells für Innovationsstrategien macht es noch deutlicher. Es sind viele gute Ideen in diesem Modell für Innovationsstrategie verankert, auch wenn es so scheint als sei es nicht komplett.

Doblin-Cridon-Chogo-Innovation-Types

Doblin hat eine Menge guter Ansätze, wie die Hervorhebung von Allianzen oder dem Markenaufbau. Trotzdem betrachten wir das Modell als unvollständig, da es die Bedeutung von unerfüllten Kundenwünschen und reiner technologischen Innovation vernachlässigt.

Weitere Ansätze zur Kategorisierung der Innovationsstrategie

Eine sehr interessante Beschreibung über die Herkunft von guten Ideen bzw. Innovation wurde von Steven Johnson veröffentlicht. Das Buch zeigt viele unterschiedliche Herkunftsquellen von Ideen und listet diese, in der Zusammenfassung des Buches ersichtlich, in einer Matrix mit Zeitkomponente. Johnson schlussfolgert, dass das vierte Quadrat die wohl wertvollste Quelle für Ideen unserer Zeit ist.

Johnson-Cridon-Chogo-Innovation-Types-4th-Quadrant

Das vierte Quadrat beinhaltet, dass die meisten Ideen nicht von Individuen sondern von Netzwerken hervorgebracht werden, ohne dass diese einen Gedanken daran verschwenden wie man Ideen vermarkten kann. Außerdem bauen dort Ideen aufeinander auf – sie werden synthetisiert.

Der Ausdruck „disruptive oder bahnbrechende Innovation“ geht auf Clayton Christensen zurück. Er hat eine Serie bemerkenswerter Bücher geschrieben:

Unserer Erfahrung nach haben viele Unternehmen Probleme mit disruptiver Innovation. Die Erschließung neuer Absatzmärkte oder die komplette Änderung des Geschäftsmodells wird oft mit hohen Risiken verbunden. Zweifellos ist es genau so risikoreich nicht disruptiv zu sein und von neuen Marktteilnehmern ausgespielt zu werden.

Christensen-Cridon-Chogo-Innovation-Disruptive-Sustaining

Aus diesem Grund ist disruptive Innovation nicht explizit in unserer Nomenklatur zu Innovationsstrategien genannt, aber sie ist mit unseren Innovationstypen verknüpft.  Market Readers sind fast nie disruptiv, wenn man nach folgender Definition geht: disruptiv sein bedeutet, etwas anderes als der Markt zu tun. Technology Drivers und Need Seekers hingegen trauen sich disruptiv zu sein, aber die Erfolgreichen verstehen gut, dass Geld auch mit nachhaltiger Innovation verdient werden kann.

Der Beginn: Quellen der Innovation von Peter Drucker

Eine der ersten Kategorisierungen von Innovationsstrategien, die wir kennen, ist von Peter Drucker in seinem Buch Innovation and Entrepreneurship beschrieben worden.

Drucker-Cridon-Chogo-Innovation-Opportunity-Seven-Sources

Seine sieben Ausgangspunkte für Innovation passen gut zu unserem Raster der  Innovationsstrategie. Peter Drucker unterstreicht dabei die Anforderungen von Kunden (er nennt es Prozessanforderungen) und die des Marktes. Die Punkte Wissen und das Unvorhersehbare beinhalten Technologie.

Dieser Artikel wurde in ursprünglich im Mai 2011 hier und auf Blogging Innovation in Englischer Sprache veröffentlicht. In unserem eBook „Mythen der Innovation“ erfahren Sie mehr über Innovation:

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10 Gedanken zu „Sechs Arten der Innovationsstrategie

    1. Thanks for your comment, Paul!

      I wrote surprises, but I should have written that I learnt something (and I will change this):
      a) as mentioned above: For instance it makes sense to differentiate innovaton which is driven by R&D departments from innovation which is driven by technology
      b) You consider the aspect of how easy an innovation can be copied and write, that Management Innovation can be a source of competitive advantage
      c) You combine service innovation and customer experience innovation. I think this makes sense

      The surprise was, that your classification seems to map to the three types we did chose for the Innovation Strategy Profiler http://www.InnovateYou.cridon.de. I did not really expect this since we did find a lot of Innovation Classifications before which seem to be incomplete in one way or the other.

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