Unsere Farben

Der Name Cridon und die verwendeten Farben gehen auf Pigmente zurück, die in der Malerei verwendet werden. Die folgende Beschreibung der Farben erfolgt frei nach Max Doerner: „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde“, in der achtzehnten Auflage bearbeitet von Thomas Hoppe, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1994.

Chinacridone

Cridone sind direkt hergestellte organische „High-Performance“ Pigmente. Sie stellen in Bezug auf Lichtechtheit, Lösungsmittelbeständigkeit alle bisher bekannten organischen Pigmente in den Schatten. Sie weisen hervorragende Migrations-, Licht- und Wetterechtheiten auf und zählen somit zu den hochwertigen Pigmenten, die in Lacken und Druckfarben für hohe Anforderungen eingesetzt werden.
Direkt hergestellte organische Pigmente spielen heute eine sehr wichtige Rolle in der Mal- und Druckfarbenherstellung. Sie sind Produkte der Chemieforschung.
Die Chinacridone leiten sich vom linearen trans-Chinacridon I ab. Typ I selber ist in unsubstituiertem Zustand intensiv blaustichig-rot. Beispiele für Pigmente des Chinacridontyps sind II (violett) und III (magenta).
Chinacridone werden vor allem industriell im asiatischen Raum eingesetzt.

Caput Mortuum

Caput mortuum (lateinisch Totenkopf) ist ein synthetisches Pigment aus der Gruppe des Eisenoxidrots. Wir haben diese Farbe zwischen braun und violett als Firmenfarbe gewählt.
Beim Bemühen der Alchimisten des 15. Jahrhunderts um die Herstellung von “rauchender” Schwefelsäure, die man wegen ihrer Dickflüssigkeit auch Vitriolöl nannte, fiel beim Abrösten von Pyrit bei sehr hohen Temperaturen ein in getrocknetem Zustand feines bläulich-violettes Pulver als Abfall an, den die Alchimisten folgend als caput mortuum, sozusagen als wertloses Zeug bezeichneten.
Ein zweiter Name diese Pigments ist Colcothar oder Kolkothar. Man dachte dabei an das biblische Golgatha, wo viele Totenköpfe zu finden sind. Die Herleitung des dritten Namens des Pigments Morellensalz nimmt sich dagegen einfach aus. Morellen sind blaurote Sauerkirschen, deren Farbe dem Caput mortuum ähnelt.

Schweinfurter Grün

Schweinfurter Grün enthält Kupfer, Arsen und Essigsäure enthält (Kupferarsenitacetat).
Schweinfurter Grün fand im 19. Jahrhundert als Malerfarbe Verwendung, seine Farbintensität und seine Lichtechtheit wurden damals von keinem anderen anorganischen Pigment übertroffen. Dasselbe gilt allerdings auch für seine Giftigkeit, von der sich auch das Adjektiv giftgrün für intensives Grün herleitet. 1882 wurde Schweinfurter Grün als Farbe in Deutschland verboten.
Im Jahre 1800 entdeckte der österreichische Techniker Ignaz von Mitis (1771 – 1842) ein Fällungsprodukt, das nach ihm Mitisgrün genannt wurde. Die erste industrielle Fertigung von Mitisgrün fand im unterfränkischen Schweinfurt durch den Industriellen Wilhelm Sattler statt.
Um die Giftigkeit des Pigments zu verschleiern, kam es unter einer Vielzahl von Namen in den Handel. Etwa 80 sind bekannt.

Lapislazuli

Lapislazuli oder heute Ultramarin ist ein blauglänzendes Mineralgemisch, das je nach Fundort aus unterschiedlichen Anteilen einiger Minerale besteht. Definitionsgemäß ist Lapis Lazuli damit ein Gestein und wird teilweise auch als solches anerkannt.
Das Wort Lapis entstammt der lateinischen Sprache und bedeutet „Stein“. Lazuli, ursprünglich aus dem Arabischen Genitiv lazulum für „blau“ kommend, wurde ins Mittellateinische übernommen.
Als Edel- bzw. Schmuckstein hat Lapislazuli eine Geschichte, die 7.000 Jahre zurückreicht. Aus diesem Stein wurden auch die leuchtendblauen Farben gewonnen, mit denen insbesondere im Mittelalter beispielsweise Madonnengewänder gemalt wurden. Lapislazuli war ein äußerst teures und begehrtes Pigment.

Realgar

Der Name Realgar stammt aus dem Arabischen Radj al ghar und bedeutet soviel wie „Höhlenpulver“.
Realgar oder Sandaraca waren bereits im Altertum in China und in Ägypten bekannt. Es besitzt eine leuchtend rote Farbgebung, die beim Zerkleinern in Orangegelb übergeht.
Im Mittelalter fand Realgar hauptsächlich in der Medizin und der Glasherstellung Verwendung. Heute darf es wegen seiner extremen Giftigkeit nur noch in Ausnahmefällen und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen verwendet werden.
Realgar ist sehr instabil und zerfällt unter UV-Licht in Orpiment und Arsenik beziehungsweise Pararealgar. Es ist in Säuren und in Kalilauge teilweise löslich und entwickelt giftige Dämpfe, die nach Knoblauch riechen.